Unproduktiven Leerlauf erkennen
Hoher Leistungsbezug ohne entsprechende Liefermenge zeigt lange Leerlaufphasen, unnötige Entlastung oder eine unpassende Schaltstrategie.
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Gemessene elektrische Leistung macht Last, Leerlauf und Defekte sichtbar – und ist die Grundlage für echte Energie- und Kostenkennzahlen.
Warum überwachen?
Die elektrische Aufnahme zeigt, wie viel Energie ein Kompressor für seinen jeweiligen Betriebszustand benötigt. Erst zusammen mit Liefermenge, Druck und Lastsignal wird sichtbar, ob Energie tatsächlich in nutzbare Druckluft umgesetzt wird.
Hoher Leistungsbezug ohne entsprechende Liefermenge zeigt lange Leerlaufphasen, unnötige Entlastung oder eine unpassende Schaltstrategie.
Verändert sich die Leistung bei vergleichbarem Betrieb, können ein schwergängiger Ansaugregler, erhöhte mechanische Reibung oder ein Problem im Antriebsstrang dahinterstehen.
Steigende kW pro erzeugtem m³/min machen zu hohen Netzdruck, Verschleiß oder ungünstige Betriebsbereiche messbar, bevor sie nur auf der Stromrechnung auffallen.
Betriebszustände erkennen
Beim Start, unter Last und im Leerlauf nimmt ein Kompressor unterschiedlich viel Strom auf. Passend eingestellte Stromschwellen helfen, diese Betriebszustände zu unterscheiden.

Beispiel eines 30-kW-Kompressors: Auf die Startphase folgt der Lastbetrieb, anschließend sinkt der Strom im Leerlauf. Die Schwellen sind anlagenspezifisch einzustellen.
Bild in Originalgröße öffnenDie kurze Stromspitze beim Anlauf wird getrennt vom normalen Lastbetrieb betrachtet.
Der Stromverlauf zeigt, wann der Kompressor fördert und wann er ohne nutzbare Liefermenge weiterläuft.
Strom in Ampere beschreibt den Betriebszustand. Für belastbare Energie- und Kostenwerte wird die elektrische Wirkleistung in kW über die Zeit erfasst.
Energie und Kosten auswerten
Die Auswertung führt Laufzeiten, Last- und Leerlaufenergie sowie die erzeugte Druckluft je Kompressor zusammen. Mit dem hinterlegten Strompreis lassen sich die Kosten zuordnen und Maschinen vergleichen.

Historische Beispielauswertung vom 01. bis 31. Januar 2020 mit einem hinterlegten Strompreis von 0,15 €/kWh. Die gezeigten Verbrauchs- und Kostenwerte gelten für diese Beispielstation.
Bild in Originalgröße öffnenGetrennte kWh- und Kostenwerte für Last und Leerlauf zeigen, wo Energie ohne Drucklufterzeugung verbraucht wird.
Der spezifische Energiebedarf in kWh/m³ setzt den Verbrauch ins Verhältnis zur erzeugten Druckluft. Verglichen wird bei ähnlichen Druck- und Betriebsbedingungen.
Wiederkehrende Auswertungen machen sichtbar, wie sich Laufzeiten, Auslastung und Energiebedarf nach einer Optimierung entwickeln.
Auffälligkeiten eingrenzen
Ändert sich die Leistungsaufnahme bei vergleichbarer Liefermenge und gleichem Druck, lohnt sich ein Blick auf die mechanischen Komponenten. Die Skizze zeigt mögliche Prüfstellen zwischen Ansaugung und Motor.

Mögliche Prüfstellen: Ansaugregler sowie Riemen, Kupplung und Getriebe. Ein auffälliger Messwert gibt einen Prüfhinweis; die Ursache wird an der Maschine geklärt.
Bild in Originalgröße öffnenÖffnet der Regler nicht vollständig, kann die Liefermenge sinken, obwohl weiterhin viel elektrische Leistung aufgenommen wird.
Zusätzliche Reibung oder Probleme bei der Kraftübertragung können das Verhältnis von Leistungsaufnahme und Liefermenge verändern.
Leistung, Liefermenge, Druck und Betriebszustand zusammen helfen, die Prüfung gezielt vorzubereiten.
Im Airleader-System
Aktueller Messwert und Zustand sind direkt in der Web-Visualisierung sichtbar.
10-Sekunden-Mittelwerte machen Abweichungen, Schichten und wiederkehrende Muster vergleichbar.
Grenzwertverletzungen werden gemeldet; Werte fließen in Energie-, Qualitäts- oder Wartungsnachweise ein.
Technischer Erstcheck
In 30 Minuten klären wir Station, Lastsituation und den sinnvollsten nächsten Schritt – kostenlos und ohne Vorbereitung.