Kosten & Kennzahlen3 Min. Lesezeit
Was kostet Ihre Druckluft wirklich?
Die Stromrechnung kennen Sie. Aber was kostet die Luft, die Ihre Produktion jeden Tag braucht? Mit drei Größen wird aus einem Bauchgefühl eine nachvollziehbare Zahl.

Was kostet Druckluft pro Kubikmeter?
01Die Energiekennzahl berechnen
Teilen Sie die elektrische Energie der betrachteten Station in kWh durch die im selben Zeitraum erzeugte Druckluftmenge in m³. Das Ergebnis ist der spezifische Energiebedarf in kWh/m³. Messgrenze und Bezugszustand der Luftmenge müssen bekannt und für alle Vergleiche gleich sein. Energie und Volumen aus unterschiedlichen Zeiträumen ergeben keine belastbare Kennzahl.
02Ein nachvollziehbares Rechenbeispiel
Eine Station benötigt im Beispiel 120.000 kWh für 1.000.000 m³ Luft. Das entspricht 0,12 kWh/m³. Bei einem angenommenen Strompreis von 0,20 €/kWh entstehen reine Energiekosten von 0,024 €/m³ beziehungsweise 2,4 Cent/m³. Dies ist eine Modellrechnung, kein Preisversprechen und kein allgemeiner Branchenwert.

03Welche Kosten fehlen in der Energierechnung?
Wartung, Aufbereitung, Investition und gegebenenfalls weitere Betriebskosten gehören in eine Gesamtkostenrechnung. Definieren Sie, ob beispielsweise Trockner und Nebenaggregate schon im gemessenen Stromverbrauch enthalten sind. Rechnen Sie Wärmerückgewinnung nur mit einem nachvollziehbaren tatsächlich genutzten Wärmewert an; dieselbe Ersparnis darf nicht zweimal gezählt werden.
04Warum Druck und Leckagen mit betrachtet werden
Ein verändertes Druckniveau kann Energiebedarf und Luftverbrauch beeinflussen. Leckagen erhöhen die erzeugte Luftmenge, ohne der Produktion zu nutzen. Deshalb sollten Sie zusätzlich prüfen, wie viel Luft an den Verbrauchern benötigt wird und welche Druckverluste entstehen. Eine gute Kennzahl für die Erzeugung ersetzt keine Bewertung des gesamten Netzes.
05Wie zwei Zeiträume verglichen werden
Vergleichen Sie möglichst ähnliche Produktions- und Lastbedingungen. Dokumentieren Sie Druckniveau, Schichtmodell, Messstellen und einbezogene Aggregate. Ändert sich die Produktion, muss das in der Interpretation berücksichtigt werden. Erst dann lässt sich beurteilen, welcher Teil einer Verbesserung aus Steuerung, Druckabsenkung oder anderen Maßnahmen stammt.
Vom Verstehen ins Handeln
Was passiert in Ihrer Station?
Lassen Sie uns gemeinsam auf Bedarf, Maschinenbetrieb und die nächste sinnvolle Messung schauen.

